16. Dezember 2011
Deutsche und italienische Sicherheits- und Verteidigungsindustrie vereinbaren Zusammenarbeit
Am 16. Dezember haben der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie e. V. (BDSV), Friedrich Lürßen, und der Präsident des italienischen Partnerverbandes Federazione Aziende Italiane per l'Aerospazio, la Difesa e la Sicurezza (A.I.A.D.), Remo Pertica, ein Kooperationsabkommen in Berlin unterzeichnet. Ziel dieser Vereinbarung ist eine engere Zusammenarbeit der deutschen und italienischen Unternehmen, die im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich tätig sind. „Die Veränderungen in der Struktur der deutschen und italienischen Streitkräfte erfordern auch von Seiten der Industrie eine stärkere Kooperation bei der Frage der künftigen Ausrüstung“, sagte Lürßen.
Remo Pertica und Friedrich Lürßen unterzeichnen die Absichtserklärung
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Der BDSV
Der BDSV ist die gemeinsame Interessenvertretung der Unternehmen der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Seine Stärken sind die effiziente branchenspezifische Koordination und Kommunikation und die Bündelung der Interessen.
Der BDSV fungiert als Point of Contact der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie und als Scharnier zwischen Unternehmen, Politik, Gesellschaft, Institutionen und Medien. Übergeordnete Ziele sind der Erhalt und der Ausbau der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie und des Technologie- und Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Der BDSV ist Mitglied beim BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.), in der ASD (AeroSpace & Defence Industries Association of Europe), NIAG (NATO Industrial Advisory Group) und der DWT (Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik).
Kernthesen
Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie
Die sicherheitspolitische Verantwortung Deutschlands in der Welt hat sich maßgebend verändert und ist damit auch gewachsen. Dazu gehört untrennbar auch die industrielle Kompetenz in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung in Deutschland im nationalen Zugriff. Für diesen Kompetenzerhalt ist eine entsprechende Finanzierung erforderlich.
Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie leistet einen strategischen Beitrag für die sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit unseres Landes, der weit über seine quantifizierbare wirtschaftliche Bedeutung hinausreicht. Deshalb ist die industriepolitische Dimension in längerfristige Strukturüberlegungen einzubeziehen.
Globale Wettbewerbsfähigkeit
Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist insbesondere auch technologisch ein Innovationsmotor. Sie ist auf vielen Technologiefeldern weltweit führend und kann nur durch Erfolge in den Exportmärkten ihre technologischen Fähigkeiten für den erforderlichen nationalen Bedarf langfristig erhalten.Angesichts der unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den europäischen Mitgliedsstaaten ist beim Export Unterstützung durch die Politik und die Begleitung der Industrie durch die Amtsseite unverzichtbar.
Europa
Die nachhaltig gesicherte deutsche Technologiekompetenz ist die Grundlage für den deutschen Beitrag in Bezug auf die Schaffung einer leistungsstarken und wettbewerbsfähigen europäischen Rüstungs- und Technologiebasis. Erforderlich ist ein auf Wettbewerb und Qualität der Produkte beruhender europäischer Rüstungsmarkt mit gleichen Rahmenbedingungen (Level Playing Field) für alle beteiligten Nationen.
Forschung & Technologie
Die Forschung von heute entscheidet über den wirtschaftlichen und technologischen Erfolg von morgen. Forschung und Entwicklung sind deshalb das Fundament der technologischen Spitzenstellung Deutschlands und des Erfolges auf dem Weltmarkt.
Mit ihren Produkten basierend auf Hochtechnologien und einem großen Aufwand bei Forschung und Entwicklung trägt die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie direkt zur Auftragserfüllung der deutschen Sicherheitskräfte im Einsatz und zum Schutz der Bevölkerung bei.
Beschaffung
Effiziente Beschaffungsvorgänge sind durch Abbau von bürokratischen Hemmnissen sicherzustellen. Dazu gehört neben einer weitaus engeren Zusammenarbeit zwischen Amtsseite und Industrie auch die Optimierung der Prozesse und Abläufe selbst. Wechselseitiger, auch personeller Austausch zwischen Industrie und Amtsseite ist erforderlich; eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Industrie, den Streitkräften und den Beschaffungsbehörden ist notwendig.
Mittelstand
Der deutsche Mittelstand ist mit mehr als der Hälfte an der Wertschöpfung der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie beteiligt und damit eine unverzichtbare Säule der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.
Koordination durch die Bundesregierung
Die Einbindung der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist unverzichtbar für eine glaubwürdige und durchsetzungsfähige deutsche Außen- und Sicherheitspolitik. Hierzu bedarf es einer zentralen Koordination aller beteiligten Ressorts und der Industrie durch die Bundesregierung. Die Industrie ist bereit, ihren Teil der Verantwortung zu übernehmen.